Archiv: April 2013

So Apr 14, 2013

Girlpower: "Close-up" von Heike Abidi

Nach zwei Unterhaltungsromanen für Erwachsene hat Texttreff-Mitglied Heike Abidi im April 2013 ihr erstes Jugendbuch veröffentlicht, und zwar in der Reihe Pink! – dem Label von Oetinger Taschenbuch "für Mädchen ab 12 mit Power, Phantasie und Persönlichkeit".

"Close-up" handelt von Josie, einer Vierzehnjährigen mit eher außergewöhnlichem Ziel: Sie will die beste Regisseurin der Welt werden. Aber der Regie-Workshop, zu dem Ole aus der Film-AG sie überreden möchte, ist ausgerechnet in L.A. und alles andere als billig. Da kommt die Hauptrolle in diesem Werbespot für Sahnepudding gerade Recht – auch wenn sie vor laufender Kamera den Filmstar Leon küssen muss. Na ja, fast jedenfalls. Von da an geht es mit ihrer Schauspiel-Karriere steil bergauf und Josie muss sich irgendwann entscheiden, was sie wirklich will …

Eine originelle Geschichte über große Träume, die keine bleiben müssen. Und über Freunde, die manchmal mehr sind, als man denkt. Vor allem aber über ein Mädchen, das schon immer wusste, was sie später werden will. Oder vielleicht doch nicht?

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"Close-up" zu gewinnen!
Unter all denjenigen, die diesen Blogbeitrag bis zum 7. Mai 2013 kommentieren, werden 3 signierte Exemplare von "Close-up" verlost.

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Heike Abidi: Close-up
Broschiert: 208 Seiten
Verlag: Pink!
Erscheinungstermin: 1. April 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864300142
ISBN-13: 978-3864300141
9,99 Euro
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12–15 Jahre

Amazon-Link:
http://www.amazon.de/Close-Up-Heike-Abidi/dp/3864300142/ref=sr_1_5?s=books&ie=UTF8&qid=1354701621&sr=1-5

Link zur Pink-Seite:
http://www.pinkupyourlife.de

Und hier noch ein Interview des Verlags mit der Autorin über "Close-up":

Wie ist die Idee zu der Geschichte entstanden?

Ich wollte über eine Jugendliche schreiben, die zwar einen großen Traum hat, aber keinen der gängigen Mädchenträume – die also weder Model noch Sängerin oder Schauspielerin werden will. Beim Recherchieren ist mir aufgefallen, dass es im Grunde kaum Regisseurinnen gibt. Das war mir zuvor gar nicht so bewusst gewesen. Einmal abgesehen von bekannten Schauspielerinnen, die zur Abwechslung auch mal Regie übernehmen, sind fast alle bekannten Regisseure Männer. Kathryn Bigelow, das Vorbild meiner Buchheldin, ist tatsächlich die einzige Frau, die bisher den Regie-Oscar gewonnen hat. Das wundert mich. Warum überlassen Frauen den Männern freiwillig so einen spannenden Bereich? Nun ja, wenn ein paar Mädchen davon träumen würden, Regisseurin zu werden, dann könnte sich das vielleicht in ein paar Jahren oder Jahrzehnten ändern …

"Close-up" ist Ihr erstes Jugendbuch. Inwiefern war die Arbeit daran anders als für Ihre Erwachsenenromane?

Sie war kaum anders, was mich selbst am meisten überrascht hat. Ich bin genauso vorgegangen wie immer: einen Plot planen, mich in die Hauptpersonen hineindenken und schließlich mit der Zielgruppe im Hinterkopf schreiben. Insofern war die Arbeit selbst genauso wie sonst. Natürlich musste ich mir bewusst machen, was momentan für Mädchen in dem Alter interessant ist, welche Themen sie bewegen, was sie dürfen, können, wollen. Aber das hat sich im Grunde in den letzten 30 Jahren nicht grundlegend geändert.

Man hat beim Lesen den Eindruck, dass Sie sich ganz gut am Filmset auskennen. Stimmt das?

Überhaupt nicht. Tatsächlich kannte ich mich, als ich das Exposé schrieb, noch kein bisschen aus. Aber ich habe prima Informanten. Ein Bekannter, der selbst schon Werbespots gedreht hat und vor Jahren als Standfotograf bei einer TV-Serie gearbeitet hat, war meine beste Quelle und einer meiner Testleser. So kommt es, dass das, was ich beschrieben habe, durchaus authentisch ist, ohne dass ich selbst jemals in einem Filmstudio war. Nun ja, Autorinnen, die historische Romane schreiben, waren ja auch noch nie im Mittelalter. Das ist alles eine Frage der Recherche und ein bisschen natürlich auch der Fantasie. Fantasie im Sinne von Vorstellungsvermögen.

Wie der Titel des Buches schon verrät, erzählen Sie sozusagen in "Nahaufnahme". Woher wissen Sie so gut, was junge Mädchen heute bewegt?

Ich erinnere mich noch ziemlich gut daran, was mich in dem Alter bewegt hat. Und ich habe guten Kontakt zu Jugendlichen in dem Alter. Zudem hatte ich auch zwei Testleserinnen im Zielgruppen-Alter, die mir immer Feedback gegeben haben, ob sie sich in dem, was Josie erzählt, wiedererkennen oder nicht. Das „oder nicht“ war zum Glück fast nie der Fall, was mich sehr gefreut hat. Denn das zeigte mir, dass ich mich noch gut in die Denkweise eines jungen Mädchens hineinversetzen kann.

Steckt etwas von Ihnen bzw. Ihrem jüngeren Ich in der Hauptfigur Josie?

Etwas von meinem jüngeren Ich steckt auf jeden Fall in meinem heutigen Ich, also in der Autorin, die Josie erfunden hat. Als Vierzehnjährige war ich selbst aber ganz anders als Josie, hatte auch andere Träume, andere Freundinnen und keine große Schwester, sondern kleinere Brüder …

Eigentlich ist Josie sehr tough ("Nur Tussis flennen, um die Herzen ihrer Väter zu erweichen."), aber heimlich träumt sie vom gutaussehenden Schauspieler Leon Trautwein. Welche Seite überwiegt bei Ihrer Heldin? Oder gehören beide Seiten zusammen.

Wer ist schon immer tough? Nicht einmal Erwachsene schaffen das. Selbst der coolste Actionheld, die strengste Lehrerin, der erfolgreichste Manager oder das reichste Topmodel hat eine schwache Seite, Träume und Geheimnisse und fühlt sich manchmal unsicher. Da wäre es ja ein Wunder und für die Leserinnen vielleicht sogar beängstigend, wenn Josie nur die eine, toughe Seite hätte. Ich persönlich finde den Gedanken, dass auch starke Persönlichkeiten Momente der Schwäche haben, ausgesprochen beruhigend.

Ihre besten Freundinnen haben sie längst durchschaut und kennen ihre Träume. Wie wichtig ist die Freundschaft zwischen Josie, Neele und Antonia?

Freundschaften sind eine ganz wichtige Sache im Leben – und in der Pubertät ganz besonders. Wenn man das Gefühl hat, dass niemand einen versteht, weder Eltern noch Geschwister oder gar Lehrer, dann braucht man Freunde bzw. Freundinnen, die für einen da sind. Freundschaften, die in der Kindheit oder Jugend geschlossen wurden und überdauern, sind besonders wertvoll. Eine Geschichte über eine Vierzehnjährige, in der keine beste Freundinnen vorkommen, wäre für mich fast undenkbar.

Josie verliert sich immer wieder in Tagträumen bzw. führt innerlich Regie in ihrem Leben und sieht die Filmsequenzen schon vor sich. Die Realität sieht dann doch oft anders aus. Ist Josie eine Tagträumerin?

Manchmal schon. Aber man darf nicht vergessen, dass die Filmerei Josie dabei geholfen hat, über den Tod ihrer Mutter hinwegzukommen. Dass sie mit dem Kopf ab und zu in eine Fantasie-Parallelwelt abtaucht, ist also eine Art Schutzmechanismus, der sich mit der Zeit verselbstständigt hat. Gleichzeitig gibt ihr diese Denkweise das Gefühl, tatsächlich Regie in ihrem Leben zu führen, also die Dinge in der Hand zu haben und selbst zu entscheiden, wo es langgeht. Und das ist wiederum ein Aspekt, den ich wichtig finde: Ich möchte dazu aufrufen, nicht nur zu träumen, sondern diese Träume aktiv verfolgen und zu versuchen, sie Wirklichkeit werden zu lassen. So wie es Josie vormacht – auch wenn sie dabei ein paar Umwege geht …

Josie will bei einem sehr teuren Regieworkshop mitmachen und der Job in einem Werbespot könnte ihre Geldprobleme lösen. Bevor sie zu dem Casting geht, sagt sie selbst "Das wäre ja fast zu schön, um wahr zu sein!" Aber genau das wird passieren. Erzählen Sie ein modernes Märchen? Das Trollmädchen in Josies Gedanken hat ja vorab schon den Goldschatz gefunden …

In einem Märchen wäre ein Prinz auf dem Pferd geritten gekommen und hätte ihr die Flugtickets geschenkt. So ist die Realität aber nicht. Im wirklichen Leben reicht es nicht, einfach abzuwarten, bis sich Probleme von selbst lösen. Wäre Josie nicht zu dem Casting gegangen, dann hätte sie auch keine Rollenangebote bekommen, um damit den Regieworkshop finanzieren zu können. Dass das alles so gut klappt, ist natürlich ein Glücksfall. Aber solche Glücksfälle passieren! Sie passieren jedoch nicht, wenn man zu Hause sitzt und auf den Prinzen wartet ☺

Josie will eigentlich Regisseurin werden. Wie kommt es, dass sie zwischendurch ihren Traum aus den Augen verliert?

Sie hat Schwächen wie jeder andere Mensch auch, und eine davon ist Eitelkeit. Nicht unbedingt auf ihr Aussehen bezogen, denn Mode und Schminke sind ihr relativ gleichgültig. Aber Josie fühlt sich geschmeichelt, als ihre Schauspielversuche erfolgreich sind und man ihr neue Rollen anbietet. Auch wenn sie vorher betont hat, dass sie damit aufhört, sobald sie genug verdient hat, um die L.A.-Reise zu bezahlen – es macht ja auch Spaß, Erfolg zu haben und gelobt zu werden.
Gleichzeitig gelang sie, nachdem sie Einblick in ein hochprofessionelles Filmstudio bekommen hat, zur Überzeugung, dass ihr eigenes Filmprojekt völlig unrealistisch ist. Aus dieser Erkenntnis zieht sie zunächst die falschen Schlüsse, nämlich die Filmerei ganz bleiben zu lassen. Vernünftig wäre es, die Ansprüche einfach nur herunterzuschrauben und ein neues, realistischeres Projekt zu starten. Aber ist man mit vierzehn immer vernünftig? Natürlich nicht. Das ist man ja nicht einmal mit vierzig.

Josie erzählt witzig und klug. Wieso ist sie so schlecht in der Schule?

In welchem Schulfach sind denn Fantasie und Humor gefragt? Sogar in Deutsch kann Josie mit ihren Talenten nicht punkten, zumal dort zur Zeit Gedichtinterpretationen anstehen. Josie mag weder die düstere Grundstimmung der Gedichte aus dem Realismus noch das Genre an sich. An einer Stelle sagt sie auch, warum: Gedichte sind zu kurz, um sie zu verfilmen. Mit anderen Worten, sie erzählen keine Geschichte. Josie aber ist eine Geschichtenerzählerin, und dafür gibt es kein Schulfach. Leider. Wenn es nach mir ginge, würde "kreatives Schreiben" an deutschen Schulen sofort eingeführt!

Sie wollen mit Ihren Büchern vor allem unterhalten. Versuchen Sie quasi nebenbei Ihren jungen Leserinnen etwas zu vermitteln? (Werte wie Freundschaft, an sich selbst glauben etc.)

Das gehört ja dazu, oder? Eine Geschichte kann kein Happy End haben, wenn die Heldin oder der Held irgendwie mit unlauteren Mitteln zum Ziel gekommen ist. Das würde die Leser auch sehr unzufrieden machen. Dass es gut ausgehen kann, verdanken die Hauptfiguren einer persönlichen Weiterentwicklung oder einer inneren Erkenntnis, und die hat meist etwas mit Werten zu tun. Freundschaft, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Selbstvertrauen, das alles sind Werte, die wichtig sind im Leben. Auch wenn ich in erster Linie unterhalten möchte, könnte man sagen, dass ich den jungen Leserinnen diese Botschaft mit auf den Weg geben möchte.

Auf Ihrer Internetseite schreiben Sie, dass das Buch für Mädchen sei, die genau solche Leseratten sind, wie Sie mal eine waren. Was haben Sie als junges Mädchen gerne gelesen?

Alles, was mir in die Finger kam! Ich verschlang natürlich die Klassiker der damaligen Zeit, von Enid Blyton über Berte Bratt bis Astrid Lindgren … Am häufigsten habe ich übrigens "Der Kurier des Zaren" von Jules Verne gelesen. Immer und immer wieder habe ich mit dem Helden Michael Strogoff mitgefiebert, ob er es schafft, den Tataren zu entkommen und Irkutztk rechtzeitig zu erreichen. Nicht gerade das typische Mädchenbuch, aber ich mochte schon als Jugendliche die unterschiedlichsten Genres und liebte die Abwechslung. So lese ich auch heute noch: Nach einem Krimi habe ich meist Lust auf ein fröhliches Buch und danach auf einen eher nachdenklich stimmenden, anspruchsvolleren Roman.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? (als Schriftstellerin)

Furchtbar unspektakulär. Ich setze mich um 8 Uhr morgens an den Schreibtisch und bleibe dort – unterbrochen von einer Mittagspause und einem ausführlichen Hundespaziergang – bis abends gegen 18 Uhr. Allerdings gehört zu den Tätigkeiten einer Schriftstellerin nicht nur, dass man an den aktuellen Buchprojekten schreibt. Manuskripte, die bereits fertig sind, kommen irgendwann ja aus dem Lektorat und müssen überarbeitet bzw. vor dem Druck noch einmal Korrektur gelesen werden, Anschlussprojekte werden geplant, Exposés dazu geschrieben. Gleichzeitig tausche ich mich mit Leserinnen und Lesern in Leserunden aus, zumBeispiel bei LovelyBooks, wo gerade auch eine Leserunde zu „Close-up“ gestartet ist. Ich aktualisiere regelmäßig meine Autorinnen-Website (AbidiBooks.de) und meinen Facebook-Auftritt (facebook.com/AbidiBooks), bereite Lesungen vor, stehe im Kontakt mit Kolleginnen, meiner Agentur, den Presseabteilungen der Verlage. Und ab und zu gebe ich auch Interviews, so wie jetzt gerade ☺

Was gefällt Ihnen am Beruf als Schriftstellerin besonders?

Alles. Vor allem, dass ich tun darf, was ich am besten kann – und wovon ich als Kind schon geträumt habe.

Heike Abidi am 14. April 2013, 23:04 | 0 Trackbacks | Bücher

Mi Apr 03, 2013

„Ausflüge ins Grüne. Rund um Köln & Bonn“ – der neue Reiseführer von Sabine Olschner

Auch wenn der Frühling sich dieses Jahr sehr viel Zeit lässt, liegt in den Regalen der Buchhändler schon der neue Rad- und Wanderführer „Ausflüge ins Grüne. Rund um Köln & Bonn“ von Texttreff-Mitglied Sabine Olschner bereit.

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Ob Eifel, Bergisches Land oder entlang des Rheins: Alle Ausflugsziele sind bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Der Rad- und Wanderführer bietet für jeden Anspruch das Passende: Klassiker wie den Rotweinwanderweg, anspruchsvolle Touren auf dem Rheinsteig oder Radausflüge durch den rheinischen Gemüsegarten. 30 Touren hat die Autorin per pedes oder Rad selbst erkundet und getestet – verlaufen ist also so gut wie ausgeschlossen.

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Wir verlosen im TT-Blog ein Exemplar von „Ausflüge ins Grüne. Rund um Köln & Bonn“ – einfach bis Freitag, den 12. April 2013, unter diesem Artikel kommentieren.

Sabine Olschner: Ausflüge ins Grüne. Rund um Köln & Bonn
via reise verlag
ISBN 978-3935029582
144 Seiten. 12,95 Euro

In jeder Buchhandlung, im Internet oder direkt beim Verlag erhältlich:
http://viareise.de/html/2013/2013_aig_koeln.html

Sabine Olschner am 03. April 2013, 12:04 | 0 Trackbacks | Bücher