Montag, 09. Mai 2011

And the Glauser goes to ... Petra Busch!

Gleich zweimal durfte sich Texttreff-Mitglied Petra Busch auf der "Criminale 2011" (4. bis 8. Mai) freuen. Ihr Erstlingswerk "Schweig still, mein Kind" (Knaur Verlag) gewann sowohl das "Bloody Cover 2011" als auch den "Friedrich-Glauser-Preis" in der Sparte Debüt.

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Das schaurig schöne Cover des Schwarzwald-Krimis setzte sich gegen elf andere Finalisten durch, die das Syndikat zusammen mit dem Krimi-Forum aus über 400 Neuerscheinungen 2010 ausgesucht hatte. Diese gute Nachricht durften einige Texttreff-Frauen schon während der Lesungen auf der "Criminale" feiern – der Höhepunkt war aber eindeutig die "Tango Criminale", mit der das viertägige Festival am Niederrhein am Samstagabend zuende ging. Auf der festlichen Gala verlieh das Syndikat den Oscar unter den Krimipreisen, den "Friedrich-Glauser-Preis", in den Sparten Kurzkrimi, Debüt, Roman und Lebenswerk und vergab außerdem den "Hansjörg-Martin-Preis" für Kinder- und Jugendkrimis.

Knisternde Spannung herrschte im Saal als die jeweils fünf nominierten Titel in jeder Kategorie mit Kurzfilmen vorgestellt wurden – und dann war es soweit, und die Moderatoren öffneten die berühmten Umschläge. Judith Merchant freute sich über den mit 1.000 Euro dotierten Preis für ihren Kurzkrimi "Annette schreibt eine Ballade" ("Mörderisches Münsterland", KBV), und Silke Lambeck durfte über den mit 2.500 Euro dotierten "Hansjörg-Martin-Preis" für ihren Jugendroman "Die wilde Farm" (Bloomsbury) jubeln. In der Sparte Roman (5.000 Euro) gewann Kurt Palm mit "Bad Fucking" (Residenz), und der Friedrich-Glauser-Ehrenpreis für besondere Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur ging an den Schriftsteller Jürgen Alberts.

Viele Texttreff-Mitglieder, Freunde und Bekannte im Publikum drückten die Daumen für Petra Busch, und der Jubel war groß, als ihr Name aus dem Umschlag gezaubert wurde. Der mit 1.500 Euro dotierte Glauser in der Sparte Debüt geht an "Schweig still, mein Kind". In der Begründung der Jury heißt es, "dass leise Töne große Wirkung erzielen können und dass spannende Unterhaltung tiefe Einblicke in menschliche Seelen gewähren kann" (Syndikat).

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Die Jury lobte den gekonnten Aufbau des Psychothrillers mit seinen überraschenden Wendepunkten, den packenden Showdown, aber vor allem die Sprache: "Die wunderbarste Schlöpfung ihres Romans aber ist Bruno, über und durch den das zentrale Thema Autismus dargestellt wird. Für ihn entwickelt sie eine besondere Sprache und eine eigene Erzählweise, die in sich so etwas wie ein Kunstwerk im Kunstwerk darstellen." Wir gratulieren herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung, Petra, und freuen uns schon auf den bald erscheinenden Nachfolger!

# | Heike Jurzik am 09.05.11 | Druck
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Donnerstag, 05. Mai 2011

Bärbel Oftring gelistet

Die diplomierte Biologin und Sachbuchautorin Bärbel Oftring aus dem Texttreff hat es auf die Kinder- und Jugendbuchliste des Saarländischen Rundfunks (SR 2) Sommer 2011 geschafft. Viermal pro Jahr stellt der SR2-Kinderfunk zusammen mit Radio Bremen eine Liste mit Buchempfehlungen einer fünfköpfigen Experten-Jury für Kinder und Jugendliche vor.

Spannend bleibt, mit welchem ihrer Werke Bärbel Oftring dort auftauchen wird. Vielleicht mit "Tatort Natur"?

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Oder mit "Wald - Leben unterm Blätterdach"?

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Schülerinnen und Schüler aus dem SR-Leseclub lüften das Geheimnis Ende Mai auf der Veranstaltung "Wer hören kann, der liest auch". Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und ist am 4. Juni 2011 um 14.04 Uhr auf SR 2 Kulturradio zu hören.

Bärbel Oftring stellt die genannten Bücher übrigens in Lesungen am 30. Mai 2011 auf der Buchmesse Saarbrücken vor: "Tatort Natur" um 10.15 Uhr, "Wald - Leben unterm Blätterdach" um 12.15 Uhr.

Wer schon vorher etwas von ihr hören möchte, sollte am kommenden Samstag, 7. Mai 2011, mdr Figaro einschalten, dort wird sie zwischen 9.30 und 12 Uhr im Interview sein.





Mittwoch, 23. Februar 2011

Preis für Kindergeschichte

Um ihren dreijährigen Geburtstag würdig zu begehen, hat die Kinderzeitschrift Gecko einen kleinen Geschichtenwettbewerb ausgelobt. Den zweiten Preis hat unsere Kollegin Judith Burger gewonnen, Texterin und Autorin aus Leipzig. Wir gratulieren!

Die Geschichte, die so erfolgreich war, heißt "Herr Wosche" und soll im kommenden Jahr in Gecko erscheinen.



Mittwoch, 16. Februar 2011

Petra Busch für Friedrich-Glauser-Preis nominiert

Der erste Krimi, und dann gleich eine Preisnominierung: Das ist mal ein tolles Debut. Mit "Schweig still, mein Kind" hat Texttreff-Mitglied Petra Busch es geschafft, für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert zu werden - passenderweise in der Sparte "Debut". Die Glauser-Preise sind Autorenpreise für Kriminalromane. Sie werden in drei Sparten vergeben, in denen jeweils fünf Autoren nominiert sind.

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Der Tatort für die Preisverleihung ist die "Criminale", das größte deutschsprachige Krimifestival. Es findet dieses Jahr zum 25. Mal statt, und zwar vom 4. bis 8. Mai 2011. Die Preise werden am Samstagabend, also am 7. Mai, verliehen, und zwar auf der Abschlussgala, dem "Tango Criminale" in der Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach. Die Preisverleihung ist übrigens öffentlich! Sowieso lohnt sich der Besuch des ganzen Festivals - es nehmen 280 KrimiautorInnen teil, und es werden mehr als hundert Lesungen stattfinden. Petra Busch liest auch, am Freitagabend (6. Mai), zusammen mit Brigitte Glaser.

Petra Busch ist freie Texterin und Journalistin. Sie schreibt Kurzthriller und ist Herausgeberin einer Krimianthologie.



Freitag, 28. Januar 2011

Preis für Radio-Feature zum Thema „Sand“

„Vergänglichkeit und Ewigkeit – diese Paradoxie steckt in jedem Sandkorn, und das macht seine Faszination aus“, so schreibt Texttreff-Mitglied Stefanie Pütz in ihrem Radio-Feature „Vom Winde zerweht. Faszination Sand". Sie geht darin dem Phänomen Sand auf den Grund und beleuchtet die sinnlichen Erfahrungen der Touristen am Sandstrand genauso wie Erkenntnisse der Menschen bei einer Wüstentour. Außerdem beschreibt sie die Bedeutung von Sand aus einer religionsgeschichtlichen Perspektive.

Stefanie Pütz gewann mit ihrem Feature den Journalistenpreis des christlichen Vereins „Andere Zeiten“. Mehr als 30 Beiträge zum Thema „Urlaub“ wurden eingereicht. „Für viele Menschen ist Urlaub die schönste Zeit im Jahr, aber sie will auch sinnvoll gefüllt werden. Die vielfältigen Beiträge zeigen, dass Urlaub die Chance bietet, neue Seiten an Gottes Schöpfung und an sich selbst zu entdecken“, sagt Pastor Thomas Kärst, Chefredakteur des Vereins.

Stefanie Puetz

Mechthild Baus, Jurymitglied und Laudatorin, begründete den Siegerbeitrag folgendermaßen: „Es ist schon erstaunlich, welche Facetten Stefanie Pütz einem so ‚kleinkörnigen‘ Material wie dem Thema ‚Sand‘ abgewinnen kann. Ein sinnliches Feature, sehr erfahrungsnah und anschaulich, auch dank der klugen Auswahl der Gesprächspartner, denen die Interviewerin sehr präzise und persönliche Erlebnisse entlockt. Gleichzeitig wird für den Hörer spürbar, warum gerade diese Selbsterfahrung Raum geben kann – bis hin zur Erfahrung der Transzendenz.“

Stefanie Pütz kann Mitte September bei dem Andere-Zeiten-Fest in Hamburg das Preisgeld in Höhe von 3.000 € entgegennehmen. Dann macht sie erst einmal Urlaub. Am Strand – und nicht in der Wüste.
Das Manuskript zu ihrem Feature kann man hier nachlesen.

Wir gratulieren Stefanie ganz herzlich zu ihrem Erfolg!



Freitag, 24. September 2010

Der Leserkompass 2010 geht an ... Tamara Rapp

Dass Texttreff-Mitglieder schreiben können, das wissen wir ja. Von Romanen über Sachbücher, Werbeflyer, Webseiten hin zu Übersetzungen produzieren sie fast alles, was aus Buchstaben besteht. Meist beruflich, aber auch in der Freizeit können viele nicht von den Worten lassen.

So ging es offensichtlich auch Tamara Rapp (txturamar.de), als sie sich bei lovelybooks am Wettbewerb um die schönste Leserrezension beteiligte. "Die Buchprüferin", so nennt sich Rapp bei lovelybooks, sandte ihre Rezension von Rebecca Goldsteins Buch "36 Argumente für die Existenz Gottes" (Blessing Verlag) ein.

Die Autorenjury, bestehend aus Daniel Glattauer, Kerstin Gier, Kai Meyer, Steffi von Wolff und Ralf Schweikart, wählte sie unter den 320 eingegangen Besprechungen zur besten Leserrezension des Jahres 2010 und zeichnete sie mit dem "Leserkompass" aus. "Eine uneitle, gefühlvolle und tiefsinnige Buch-Betrachtung", lobte Juror Glatthauer.

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(Bild: Ruth Rall, 2010)

Wir vom texttreff gratulieren herzlich und freuen uns auf viele weitere anregende Rezensionen.

Wer Orientierung im Bücherdschungel sucht und mehr von Tamara Rapp lesen möchte, findet ihre Rezensionen unter lovelybooks.de/Die Buchprüferin/



Mittwoch, 02. Juni 2010

DeLiA-Preis 2010 für Texttreff-Mitglied Lena Falkenhagen

Lena Falkenhagen hat Germanistik und Anglistik studiert, als freie Lektorin gearbeitet und schließlich das Schreiben zum Beruf gemacht. Sie ist Autorin phantastischer und historischer Romane. Ihr zweiter historischer Roman, "Die Lichtermagd", erschien 2009. Für ihn hat Lena Falkenhagen am 29. Mai 2010 den DeLiA-Preis erhalten.

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Wir haben Texttreff-Mitglied Tanja Schumacher gebeten, ein paar Worte zu Lena und ihrem Preis zu schreiben, hier sind sie:

"Lena aus Hannover hat gewonnen! Nein, nicht den Grand-Prix – den hat eine andere Lena aus Hannover gewonnen. Lena Falkenhagen, die Schriftstellerin und Texttreff-Frau aus Hannover, hat am 29. Mai 2010 den 1. Preis beim DeLia 2010 gewonnen!
Es scheint etwas Kosmisches gewesen zu sein, dass Lenas aus Hannover besonders an diesem letzten Samstag im Mai 2010 vom launischen Glücksgott begünstig waren. Wobei das mit Glück bei Lena Falkenhagen wenig zu tun hat, denn ihr Roman 'Die Lichtermagd' wurde schließlich von Schriftstellerkollegen ausgezeichnet, und die lassen sich nur durch eine wirklich gute Geschichte beeindrucken.
Lena Falkenhagen erhielt vom Verein zur Förderung deutschsprachiger Liebesromanliteratur e.V. den Preis für den besten deutschsprachigen Liebesroman des Vorjahres. In der Begründung der Jury dazu heißt es: 'In ihrem Roman Die Lichtermagd breitet Lena Falkenhagen ein grandioses Panorama mittelalterlichen Lebens vor den Leserinnen und Lesern aus. Hass und Gier, aber auch Liebe und Hoffnung werden anhand des Schicksals Luzindes in meisterlicher Weise beschrieben. Es ist eine Geschichte, die von Anfang an fesselt und keinerlei Langeweile kennt. Besonders beeindruckend ist dabei auch die Sprachgewalt der Autorin, mit der sie den einzelnen Gruppierungen in diesem Roman einen einzigartigen Ausdruck gibt. Ein faszinierendes Frauenschicksal aus dem mittelalterlichen Nürnberg.'
Und ich kann der Jury nur zu ihrer Entscheidung gratulieren, denn auch ich habe den Roman verschlungen."

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Dr. Albert Wagner von der VKB Bank Linz, in der Mitte Lena Falkenhagen, rechts Sophia Farago, die Organisatorin der Delia-Tage

Zu guter Letzt soll noch die Preisträgerin selbst zu Wort kommen, Lena Falkenhagen:

"Ich erfuhr erst über die Gratulation einer Kollegin, als mein Buch aus den 86 Einsendungen unter die 9 nominierten Bücher kam, dass meine 'Lichtermagd' überhaupt vom Verlag für den Delia-Preis 2010 vorgeschlagen worden ist. Allein über diese Ehrung habe ich mich schon sehr gefreut. Ich buchte gleich den Flug nach Linz und das Hotel und begann die Suche nach einem Abendkleid für die Gala.
Als ich erfuhr, dass auch Charlotte Thomas' 'Die Liebenden von Sankt Marco' unter den Nominierten war, wusste ich genau, dass ich nicht gewinnen würde. 'So viele Leserinnen und Leser können sich nicht irren', dachte ich. Dieses 'Wissen' hatte den schönen Nebeneffekt, dass ich nicht aufgeregt war.
Der Verdacht, dass 'Die Lichtermagd' vielleicht doch eine Chance hätte, kam mir bei dem umwerfenden Urteil der Jury, bestehend aus Iny Lorenz, Petra Schier und Brigitta D'Orazio. Trotzdem habe ich es zuerst kaum glauben wollen, als der erste Preis verkündet werden sollte und mein Name aufgerufen wurde.
Mir zeigt die Wahl eines historischen Romans mit jüdisch-deutscher Thematik zum Liebesroman 2010, dass auch ernste Themen gewürdigt werden, und das freut mich sehr. Die Liebe darf dabei natürlich nie zu kurz kommen.
Ich bedanke mich noch einmal bei allen Beteiligten, die diesen Preis möglich gemacht haben, allen voran Sohpia Farago, der Jury und den Delia-Damen und –Herren, denn tatsächlich gibt es in Deutschland zu wenig Preise, die belletristische Bücher ehren. Ich finde es ein Unding, dass die wenigsten SchriftstellerInnen von ihrer Arbeit tatsächlich leben können.
Und um auch diese Klammer zu schließen: Das passende Abendkleid fand ich leider erst am Tag nach der Gala in Linz..."

Mehr Informationen zur "Lichtermagd" gibt es auf der Website der Autorin.

Aus dem Texttreff nochmals herzlichen Glückwunsch, liebe Lena!

# | Andrea Groh am 02.06.10 | Druck
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Mittwoch, 31. März 2010

Jurorin sein: Ein Blick hinter die Kulissen eines Schreibwettbewerbs

In einer Jury sein, Jurorin sein – wie kommt man dazu, wie ist das, macht das Spaß? TT-Blog hatte die Gelegenheit, gleich drei Jurorinnen eines Schreibwettbewerbs danach zu fragen. Die Texttreff-Fachfrauen Ines Balcik, Heike Schmidt-Abidi und Julia Dombrowski waren in der Jury des Schreibwettbewerbs für Kinder und Jugendliche auf Kandil.de, über den hier bereits berichtet wurde. Fragen und Antworten, los gehts:

Welche Vorgeschichte hat dieser Wettbewerb?

Ines Balcik: Vor zehn Jahren gab ich das erste Mal mit Schokolade gefüllte Ramadankalender für Kinder heraus. Damals überschnitten sich Adventszeit und Ramadan. Mit den Kalendern wollte ich ursprünglich nur meinen eigenen Kindern ihre türkisch-islamische Seite schmackhaft machen im wahrsten Sinne des Wortes. Aus dieser Idee entwickelte sich das Informationsportal Kandil.de, das dieses Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiert.
In den Medien wird sehr viel über Integration geschrieben. Der Schreibwettbewerb enstand aus der Idee heraus, jungen Menschen direkt eine Stimme zu geben und zu erfahren, was ihnen am Herzen liegt.

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Wie ist Euer Resümee?

Ines Balcik: Ich war sehr gespannt, wie viele Einsendungen überhaupt kommen würden. Zunächst gingen die Beiträge nur zögerlich ein. In den letzten Tagen kamen noch einmal richtig viele Beiträge. Zu der Zeit war ich im Urlaub und Julia Dombrowski, die die Eingangsbestätigungen verschickte, hatte richtig viel Arbeit damit.
Sehr gefreut habe ich mich über die große Bandbreite der Beiträge: Manche schreiben über Fantastisches, andere über ihre Zukunftsängste, über Freundschaft, Alltag oder Fremdheit, um nur einige Themen zu nennen. Sachliches, Philosophisches, Unterhaltsames, Lyrisches – für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Und genau das war das Problem für die Jury: Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so schwierig sein würde, die Gewinner auszuwählen. Für mich hat jeder Text seine ganz eigene Schönheit. Letztlich musste ich als Mitglied der Jury erkennen, dass unsere Auswahl sehr subjektiv ist, so sehr wir uns auch um objektive Bewertungskriterien bemüht haben. Darin liegt eine große Verantwortung den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gegenüber, das ist mir sehr bewusst.
Ich sehe jetzt TV-Sendungen, in denen junge Leute durch eine Jury bewertet werden, mit ganz anderen Augen.

Heike Schmidt-Abidi: Als Ines Balcik mich fragte, ob ich Lust hätte, Jurymitglied zu werden, habe ich mich riesig gefreut. Ich habe selbst als Kind gerne Geschichten geschrieben und war sehr neugierig darauf, wie junge Menschen das heute tun, welche Themen sie bewegen, wie sie sich ausdrücken, welche Ideen sie haben.
Allerdings hätte ich es mir nicht so schwierig vorgestellt, die Wettbewerbsbeiträge zu beurteilen. Natürlich gab es welche, zu denen ich leichter einen Zugang fand als zu anderen, aber alle Geschichten waren interessant und lesenswert – und zugleich sehr unterschiedlich. Einige Teilnehmer haben mit ihrem tollen Schreibstil überzeugt, andere durch fantasievolle Ideen, wieder andere haben mich dadurch beeindruckt, wie authentisch ihre Geschichten sind und wie offen sie preisgeben, was sie im tiefsten Inneren bewegt.
Schockiert war ich teilweise von den Themen, die angesprochen wurden. Missbrauch kam ebenso vor wie Einsamkeit, Zukunftsangst, Ritzen, Drogen oder Mobbing. Aber es wurde auch von Liebe geschrieben und Solidarität, Menschlichkeit und Toleranz.
Oberflächlichkeit ist etwas, was man den Teilnehmern nun wirklich nicht vorwerfen kann. Alle, selbst die jüngsten Teilnehmer, haben sich viele Gedanken gemacht und kamen dabei zu so wichtigen Erkenntnissen wir: „Mach was aus deinem Leben und nutze jede Chance. Sei verantwortungsbewusst und aktiv. Die Zukunft ist, was du draus machst!“ Das klang als Botschaft in vielen Beiträgen an, was mich sehr gefreut und beeindruckt hat.

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Julia Dombrowski: Ich fand es großartig, als Ines Balcik mich fragte, ob ich der Jury angehören möchte. Ich war noch nie Jurorin, bloß mal lebendiges Applausometer während eines Satireabends. Nein, im Ernst, ich war wirklich ein wenig aufgeregt vorher – hätte mir allerdings nicht träumen lassen, wie schwierig die Aufgabe dann sein würde. Die Beiträge waren unheimlich unterschiedlich, es gab ja keinerlei thematische Vorgaben – manche haben sich mit ernsten Themen auseinandergesetzt wie Mobbing in der Schule, Ausgrenzung, Machtmissbrauch, Zukunftsängsten. Andere haben ganze Fantasiewelten erschaffen, wieder andere sehr unterhaltsam und launig geschrieben. Diese Texte gegeneinander abzuwägen, war richtig, richtig schwierig. Entschieden haben wir letztlich danach, wie sehr uns Texte berührt haben, weil sie entweder sehr fantasievoll oder sehr reflektiert waren – oder sogar beides.
So viel Spaß mir die Auseinandersetzung mit den Beiträgen gemacht hat, so sehr bedaure ich, dass jede Entscheidung für einen Text gleichzeitig bedeutete, dass dafür ein anderer ausscheiden musste, der mich ebenfalls angesprochen hatte. Nein, leicht war es nicht.

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Im September findet in der Nähe von Frankfurt am Main eine offizielle Abschlussveranstaltung statt, bei der das Buch zum Wettbewerb vorgestellt wird – TT-Blog wird berichten!

# | Andrea Groh am 31.03.10 | Druck
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Mittwoch, 24. März 2010

Schreibwettbewerb auf Kandil.de: Die Gewinner stehen fest!

Texttreff-Mitglied Ines Balcik lobte im vergangenen Jahr auf ihrem Portal Kandil.de einen Schreibwettbewerb für Kinder (bis 13 Jahren) und Jugendliche (bis 20 Jahren) aus. "Jetzt schreiben wir!", lautete das Motto, und es galt, in einer beliebigen Textform von Gedicht über Reportage bis Kurzgeschichte aufzuschreiben, was die Kinder und Jugendlichen bewegt.

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Zwei weitere Texttreff-Mitglieder haben Ines als Jurorinnen unterstützt: Heike Schmidt-Abidi und Julia Dombrowski. Zur Jury gehörten außerdem die Autorin Nilgün Tasman und der Schüler Yunus Balcik. Schirmherr des Wettbewerbs war der deutsch-amerikanische Schriftsteller P. J. Blumenthal. Die Jury hatte die schwierige Aufgabe, aus rund 150 Einsendungen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Bulgarien die Gewinner auszuwählen.

Nun stehen die Sieger fest, sie können auf Ines' Seite nachgelesen werden. Im September wird außerdem in der Nähe von Frankfurt am Main eine offizielle Abschlussveranstaltung stattfinden. Dabei soll unter anderem das Buch zum Wettbewerb vorgestellt werden, ein Sammelband mit 35 ausgewählten Beiträgen.

# | Andrea Groh am 24.03.10 | Druck
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Donnerstag, 04. Februar 2010

Auszeichnung für Carmen Winters Schreibwerkstatt "Tätersprache - Opfersprache"

Der Texttreff freut sich mit der wortstarken Carmen Winter, deren Schülerprojekt "Tätersprache - Opfersprache" am 28. Januar 2010 in Breslau mit dem Jugendpreis des Deutsch-Polnischen Jugendwerks (DPJW) ausgezeichnet wurde.

Gemeinsam mit der polnischen Schriftstellerin Exa Andrzejewska hatte Carmen Winter im April 2009 für sieben deutsche und fünf polnische Jugendliche eine Schreibwerkstatt in Auschwitz geleitet. Initiiert wurde die Veranstaltung vom Modellprojekt "kunst-raum-erinnerung" des Bildungsverbundes Internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen. In Auschwitz hatten sich die zwölf Jugendlichen unter Anleitung der beiden Autorinnen mit der Geschichte des Konzentrationslagers und dessen Sprache auseinandergesetzt und in eigenen Prosa- und Lyriktexten verarbeitet.

Der Jugendpreis des DPJW wird alle drei Jahre verliehen; in diesem Jahr steht er unter dem Motto "Erinnerung bewahren". "Ohne die Kenntnis der Vergangenheit kann man die Gegenwart nicht verstehen", begründete DPJW-Geschäftsführer Pawel Moras das Motto.

Wir gratulieren Texttreff-Mitglied Carmen Winter und ihrer Partnerin Exa Andrzejewska für die Anerkennung ihres Engagements und ihres Beitrags, Geschichte zu verstehen, künstlerisch zu verarbeiten und folgenden Generationen nachdrücklich zu vermitteln. Eine tolle Auszeichnung für ein tolles Projekt!


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