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Mord in Bückeburg

Bückeburg liegt ziemlich genau zwischen Hannover und Bielefeld. Es ist ein friedliches kleines Städtchen, aber die lokale Buchhandlung hat in diesem Jahr die unter der Oberfläche lauernden Verbrechen ans Licht gebracht. Die Buchhandlung Scheck feiert ihr 75-jähriges Bestehen und veranstaltete aus diesem Anlass einen Kurzkrimi-Schreibwettbewerb mit dem Motto „Bückeburg mordet“. Auch Birte Mirbach, seit zwei Jahren Texttreff-Mitglied, hat sich daran beteiligt und wurde von der Jury zu den Gewinnern gewählt. Zur Jury gehörten: der Rezitator Frank Suchland, die Buchhändlerin Brigitte Spannuth und der Zeitungsredakteur Thomas Wünsche. Die zwölf Siegertexte werden als Taschenbuch im Verlag ContraPunkt veröffentlicht. Das Buch soll bis Weihnachten im Handel sein.

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Den Beginn ihrer Kurzgeschichte hat Birte Mirbach für uns zur Verfügung gestellt.

„Bückeburg braucht eine Detektivin!

Es war wieder einer von diesen Tagen, die sich wie Kaugummi dahinzogen.

Wenn sie wenigstens hätte häkeln oder stricken können, um die Zeit sinnvoll auszufüllen. Aber nein, sie hatte sich als Mädchen standhaft geweigert, sich solche „dummen Hausweibchentätigkeiten“ beibringen zu lassen. Das hatte sie jetzt davon. Stattdessen hatte sie das Bücherregal heute schon zum dritten Mal abgestaubt, und wenn sie die Gießkanne nicht außer Reichweite im Spind verschwinden ließ, würde sie ihre wenigen Pflanzen noch ertränken.

Sie hatte es sich wesentlich leichter vorgestellt, als Privatdetektivin in Bückeburg Fuß zu fassen. Es gab hier keine Konkurrenz bis auf das Schild am Kaufhaus. Aber wer vertraute seine Nöte schon einem Detektiv im fernen Herford an, der nicht einmal ein eigenes Büro in Bückeburg unterhielt?! Wer sich zu fein dazu ist, hier ein eigenes Büro aufzumachen, brauchte sich nicht zu beschweren, wenn die Kunden zur Konkurrenz vor Ort gingen, hatte sie in Gedanken noch gehöhnt. Inzwischen dämmerte es ihr, dass es wohl eher daran liegen könnte, dass sich ein eigenes Büro in Bückeburg schlicht nicht lohnte. Die Bückeburger waren so brav, die schienen sich nicht einmal beim Fremdgehen erwischen zu lassen. Wenn das so weiterging, würde sie nebenbei putzen gehen müssen, Übung hatte sie ja genug darin.

Das Telefonklingeln erschreckte sie so, dass sie fast die Gießkanne fallen ließ. Nein, du springst nicht sofort an den Apparat, ermahnte sie sich. Es sollte keiner glauben, sie, die tolle neue Detektivin mit Zertifikat an der Wand, wäre unterbeschäftigt.
„Detektei Isabel Dreissmeier“, meldete sie sich schließlich nach dem 4. Klingeln.
-„Hier Rotraud Fechner“ meldete sich eine allzu vertraute Stimme am anderen Ende der Leitung. Ihre, nun ja, Stammkundin sozusagen. Allerdings hatten sich bisher alle von ihr gewitterten Verbrechen als Hirngespinste herausgestellt. „Frau Dreissmeier, wissen Sie, mir ist da so eine merkwürdige Sache passiert...“
-„Ich bin in einer halben Stunde bei Ihnen.“ Viel verpassen würde sie eh nicht, wenn sie noch länger im Büro ausharrte.“


Wie es weiter geht, erfahren Sie dann im Buch.

# | Katrin Zinoun am 10.09.10 | Druck |  »Bücher

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