Donnerstag, 26. Mai 2011

Urlaub in Spanien? Fettnäpfchen vermeiden!

Für manche hat die Urlaubssaison 2011 schon begonnen, und die, die noch warten müssen, zählen die Tage ... Texttreff-Frau Lisa Graf-Riemann hat einen Fettnäpfchenführer für Spanien-Reisende geschrieben, der auch für Leser interessant sein dürfte, die nicht demnächst nach Asturien, Galicien oder Madrid entfliegen.

Bild-Alternativtext fehlt

Worum es in dem Buch geht:

"Leidenschaftlich, stolz, offen: So stellen wir uns die Spanier vor. Und wundern uns, wenn sie ihre Privatwohnung wie eine Festung gegen Eindringlinge hüten und am Telefon statt ihres Namens ¿Digaaaaa? in den Hörer bellen. Seien Sie nicht überrascht, wenn Ihnen Spanier begegnen, denen Flamenco und Stierkampf ungefähr so fremd sind wie uns selbst. Und wenn Sie in Bilbao oder Barcelona nicht ein Wort verstehen, obwohl Sie doch zwei Semester Spanisch gelernt haben.

Begleiten Sie Lena in ihrer Wohngemeinschaft in Alicante und Tom und seine Kollegen in ihrer Software-Firma in Madrid und tappen Sie mit den beiden in alle bereitstehenden Fettnäpfchen. Lernen Sie dabei die Spanier kennen und erfahren Sie, wie sie wirklich ticken. Sie werden sehen, es macht Spaß und lohnt sich!"

Bild-Alternativtext fehlt

Ich habe der Autorin einige Fragen zum Buch, zu Spanien und natürlich zu Fettnäpfchen gestellt, hier sind ihre Antworten:

Welche Beziehung hast Du zu Spanien?
Ich habe in Südspanien, in Murcia, gelebt und studiert und bin ziemlich oft in Spanien gewesen. Ich habe viele Jahre Spanisch unterrichtet und mehr als zehn Lehrbücher, Schülerhilfen und Selbstlernkurse Spanisch verfasst. Die meisten für Langenscheidt. Zum Beispiel "El curso en vivo" (3 Bände von Niveau A1 bis B1), "Spanisch in 30 Tagen" oder das "Praktische Lehrbuch Spanisch".

Wie bist Du zu diesem Buchprojekt gekommen?
Über ein tolles Frauen-Netzwerk, die Bücherfrauen.

Hast Du vor Ort recherchiert?
Ich beschäftige mich seit 20 Jahren mit der spanischen Sprache und Kultur und habe in der Zeit sehr viel interkulturelles Wissen angesammelt und mich oft mit muttersprachlichen Kolleginnen ausgetauscht. Sprache und Kultur gehören ja zusammen. So habe ich einen reichen Erfahrungsschatz an Fettnäpfchen zusammengetragen. Solche, in die ich selbst getreten bin und solche, die ich bei anderen als Zaungast beobachten durfte oder von denen mir meine Schüler berichtet haben. Der Fettnäpfchenführer Spanien ist sozusagen die Summe oder die Quintessenz meiner letzten 20 Berufs- und Reisejahre. Deshalb habe ich das Angebot, dieses Buch zu schreiben, auch sehr gern angenommen.

Welche Reaktionen gab es bisher auf das Buch?
Sehr positive. Es wurde schon in einigen Spanien-Foren und -Portalen besprochen und rezensiert. Im Juni erscheint ein Interview mit mir in der Flamenco-Zeitschrift ¡anda! und am 1. Juni werde ich mein Buch in München, in der Bar Triana, in der Neureuther Str. 8, vorstellen. Für den 18. Juni hat mich das Instituto Cervantes nach Bremen eingeladen. Dort präsentiere ich das Buch im Rahmen des Sprachentags "Día E".

Welches ist das schlimmste Fettnäpfchen, in das man als Tourist in Spanien treten kann?
Ein einfach zu vermeidendes: Man setzt sich im Lokal nicht zu Leuten an den Tisch, die man nicht kennt. Oder man rundet den Rechnungsbetrag beim Zahlen nicht auf, sondern lässt das Trinkgeld einfach auf dem Tellerchen mit der Rechnung einfach liegen. Nicht mit dem Kellner über Geld reden!

Welche drei Städte in Spanien sollte man unbedingt gesehen haben?
Madrid und Barcelona auf jeden Fall. Als Nummer 3 stehen zur Auswahl: Sevilla, Granada oder Córdoba für die Andalusien-Fans, Santiago de Compostela für Camino-Interessierte, Valencia, Alicante für die Mittelmeer-Fans oder San Sebastián für Gourmets und Antlantik-LiebhaberInnen und noch einige mehr.

Was ist Deine liebste Gegend in Spanien?
Ich liebe Andalusien und habe dort zuletzt die Sierra Grazalema entdeckt, nördlich von Málaga. Ein Naturpark mit Korkeichen, unter denen die schwarzen iberischen Schweine weiden, wo Ziegenherden das Gebirge durchstreifen und plötzlich auf einer schmalen Straße hinter einer Kurve auftauchen wie eine Erscheinung. Eine zauberhafte Gegend. Das hübsche Städtchen Ronda ist nicht weit, in der Bar Faustino gibt es herrliche Tapas, in den kleinen Läden rund um den zentralen Platz regionale Produkte: feinen Käse, luftgetrockneten Schinken oder Würste, Oliven ... Ich höre auf, bevor jetzt alle zum Kühlschrank rennen.

Kommt man in Spanien zurecht, ohne Spanisch zu sprechen?
Ich würde sagen: Spanien ohne Spanisch ist denkbar, aber es lohnt sich nicht wirklich. Es entgeht einem so Vieles von einer fremden Kultur, wenn man die Sprache nicht spricht. Und Spanisch ist eigentlich gar nicht schwer. Ich empfehle eines meiner Bücher: "Spanisch in 30 Tagen". Das ist ein Versprechen.

Welchen Ruf haben Deutsche in Spanien?
Zuerst das Positive: Deutsche gelten als Tüftler, Erfinder und, ja, auch als Dichter und Denker, Künstler und Musiker. Bei der Alltagskultur traut man ihnen dagegen nicht so viel zu: Esskultur, Weinkultur, Kleidung, Eleganz, Rhetorik, da sehen Spanier bei uns durchaus ein paar Defizite. Allein, dass Deutsche so wenig Geld für Lebensmittel ausgeben, können Spanier in der Regel nicht verstehen. Spanier sind Genussmenschen. Ich denke, das kann man durchaus so pauschal sagen.

Welche Fettnäpfchen hast Du selbst schon mitgenommen?
Mit ausgestreckter Hand auf Leute zulaufen, die mich viel lieber umarmen und mir zwei Küsschen auf die Wange drückten wollten, als meine Hand zu schütteln. In Spanien ist das Handschütteln sehr formellen, zum Beispiel beruflichen Situationen mit Vorgesetzten, vorbehalten. Unter Freunden schafft das viel zu viel Distanz. Spanier fühlen sich dabei eher unwohl.

Vielen Dank, Lisa, und weiter viel Erfolg mit dem Buch!

Ein Exemplar des Fettnäpfchenführers Spanien verlosen hier im TT-Blog – bitte einen Kommentar (auch Fragen zum Buch ...) hinterlassen, die Verlosung ist dann am 2. Juni 2011, gegen 14 Uhr.

Lisa Graf-Riemann: Fettnäpfchenführer Spanien
Conbook Verlag
288 Seiten
€10,95
ISBN 978-3-934918-75-7

(PS: Die Kommentare werden freigeschaltet.)

# | Andrea Groh am 26.05.11 | Druck | Mail
     »Bücher